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Eigene Bücher III
 
   

  Eigene Bücher II: BÜCHER ZUR GESCHICHTE DER NEUEN LINKEN

 
   

   Vesper, Ensslin, Baader
   Das rote Jahrzehnt
   1968 – Bildspur eines Jahres

   

VESPER, ENSSLIN, BAADER
URSZENEN DES DEUTSCHEN TERRORISMUS
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, 452 S. seit 2004 erhältlich als Fischer Taschenbuch für EUR 10,90

   
 

 Ausgewählte Rezensionen

 Übersetzungen

 Nachrichten zur Verfilmung

   

Gudrun Ensslin und Andreas Baader waren so etwas wie das Urpaar des deutschen Terrorismus, die Frankfurter Kaufhausbrandstiftung von 1968 der Urakt. Beide verließen sie ihre Lebensgefährten und ihre Kinder, um sich auf einen Pfad zu begeben, der zwei Jahre später zur Gründung der RAF führen sollte. Unter welchen inneren Konflikten das geschah, erschließt sich erst aus persönlichen Zeugnissen und Berichten, die zu Ikonen erstarrten Figuren bekommen ein Gesicht und eine Stimme. Bernward Vesper, Sohn des Nazidichters Will Vesper, langjähriger Verlobter Gudrun Ensslins und Vater ihres Kindes, war der unglückliche Dritte in dieser Geschichte. In derselben chaotischen Periode 1969/70, in der Baader/Ensslin in den Untergrund gingen und die ersten bewaffneten Gruppen sich bildeten, ging Vesper auf seinen eigenen Trip. Mit Hilfe von Drogen, erotischen Erfahrungen, theoretischen Lektüren und schonungsloser Selbstanalyse wollte er seinen „faschistischen Charakterpanzer” zertrümmern und sich zum bewussten Revolutionär ausbilden. Sein autobiographischer Bericht „Die Reise” gilt – seit er posthum im „deutschen Herbst” 1977 erschien – als das literarisch bedeutendste und authentischste Dokument dieser zeittypischen Radikalisierungsprozesse.

„Vesper, Ensslin, Baader” ist ein Stück Zeitgeschichte der Bundesrepublik und zugleich eine extreme Liebesstory, die ins Herz des deutschen Familienromans führt.

   

 Übersetzungen

   

Im Dezember 2004 ist eine russische Übersetzung
von „Vesper, Ensslin, Baader“ im Verlag Ultra-Kultura
in Jekaterinburg erschienen:
http://www.ultraculture.ru/242/

Eine kroatische Übersetzung ist im Frühjahr 2008 im
Verlag Durieux, Zagreb erschienen

   
   

DAS ROTE JAHRZEHNT
UNSERE KLEINE DEUTSCHE KULTURREVOLUTION 1967-1977
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2001, 554 S. seit 2002 als Fischer Taschenbuch 15573 für EUR 12,90

   
 

 Aus dem Inhalt

 Materialien

 Rezensionen

 Kommentare

Übersetzungen

   

Das „rote Jahrzehnt“ begann in der Bundesrepublik mit den Schüssen in Westberlin am 2. Juni 1967 und endete mit den Schüssen in Stammheim und der Ermordung Schleyers im „deutschen Herbst“ 1977. Das sind aber nur die Eckdaten einer bisher nicht zusammenhängend beschriebenen Generationsgeschichte. Zwischen SDS und RAF erstreckte sich ein weites Feld jugendlicher und intellektueller Radikalismen, die in ihren – heiter oder schaurig anmutenden – Erscheinungsformen nur noch als spätabendliche Anekdoten existieren. Geschichten, bei denen die Kinder oder Enkel die Ohren spitzen oder das Gesicht verziehn.
Von der „Kapital-Schulung“ bis zur „Betriebsarbeit“, vom „Kinderladen“ bis zur „Theoriearbeit“, vom „Antiimperialismus„ bis zur „Berufspraxis“ – schlechthin alles stand im Zeichen der Revolution. Ein erhebliches Segment dieser ersten Nachkriegs-Generation hat über Jahre hinweg in einer geschlossenen Sphäre von „revolutionärer Politik“ gelebt. Wer zählt die Völker, nennt die Namen der maoistischen, leninistischen, stalinistischen, trotzkistischen, anarchistischen, spontaneistischen, syndikalistischen Gruppen, die die Szene dieses „roten Jahrzehnts“ bevölkerten!
Aber worum ging es denn eigentlich? Welche psychischen, materiellen, ideologischen Motivationen standen dahinter? Woher diese verbreiteten Hallizunationen einer vor unsern Augen sich abspielenden Weltrevolution?
Es kommt längst nicht mehr darauf an, diese Geschichte zu verteidigen oder zu denunzieren –’sondern darauf, sie endlich einmal zusammenhängend zu erzählen. Das Bündel von Motiven noch einmal aufzuschnüren, das die Akteure damals getrieben hat. Und sich über die psychischen, intellektuellen und materiellen Folgen dieser Erfahrungen Rechenschaft zu geben. Wann wenn nicht jetzt, wo „die 68er an der Macht sind“

     
 

  Aus dem Inhalt

     

Als Einstieg in „Das Rote Jahrzehnt“ lesen Sie

 
     

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Auszug aus Kapitel 1: „DAS SCHWARZE LOCH“

 
         
     

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Auszug aus Kapitel 1: „DAS SCHWARZE LOCH“

 
       
   

  Materialien

 
     

Unveröffentlichtes aus „Das rote Jahrzehnt“

 
     

„RUMOR EINER NATION“
LITERATURLISTE zum Radikalismus der 60/70er Jahre

 
         
     

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„RUMOR EINER NATION“
LITERATURLISTE zum Radikalismus der 60/70er Jahre

 
       
   

  Rezensionen

 
     

Rezensionen zu „Das Rote Jahrzehnt“

 
     

„Existenzialismus des Extrems”
Uwe-Justus Wenzel (Neue Zürcher Zeitung, 18/19. August 2001)
„Irrungen, Wirrungen – Die Selbst(er)findung einer eneration”
(Gabriele Metzler, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Juli 2001)
„1968 – Eine künstliche Erregung“
(Karl Schlögel in: Literaturen, Juni 2001)
„Sachbuecher des Monats”
(Süddeutsche Zeitung. 2. Juni 2001)
„Es war was faul im Staate Deutschland”
Stephan Wackwitz (Süddeutsche Zeitung, 28. Mai 2001)
„Ideologischer Irrgarten”
Klaus Naumann (Die Woche, 18. Mai 2001)
„Auf der Nadelspitze des eigenen Erlebens”
(KD Wolff in Frankfurter Rundschau, 7. Mai 2001)
„Das schwarze Loch”
Richard Herzinger (Die Zeit, 26. April 2001)
„Es war die Verheißung”
Christian Semler (die tageszeitung, 24. April 2001)
„Süßer Wahn des Augenblicks”
Reinhard Mohr (Der Spiegel, 14. April 2001)

 
     

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„Existenzialismus des Extrems”
„Irrungen, Wirrungen-Die Selbst(er)findung einer eneration”
„1968 – Eine künstliche Erregung”
„Sachbuecher des Monats”
„Es war was faul im Staate Deutschland”
„Ideologischer Irrgarten”
„Auf der Nadelspitze des eigenen Erlebens”
„Das schwarze Loch”
„Es war die Verheißung”
„Süßer Wahn des Augenblicks”

 
       
   

  Kommentare

 
     

NARZISSMUS DER KLEINEN POLITISCHEN DIFFERENZ
Zur Rezension von Richard Herzinger („DIE ZEIT“, 26. April 2001)

 
     

KD, KIM AND THE BEATS
Zur Rezension von KD Wolff (FR, 7. Mai 2001)

 
     

  Ubersetzungen

 
     

Titelblatt
Inhalt, Vorworte, Erstes Kapite ( portugiesisch)

 
     

Eine Ausgabe in portugiesischer Sprache, übersetzt von Ulrich Dressel, ist im Herbst 2006 im Verlag Editora Unijuí (Ujuí, Brasilien) erschienen. Im Folgenden das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort von Gilmar Antonio Bedin sowie das einleitende Kapitel „Das schwarze Loch“.

 
       
     

1968 – BILDSPUR EINES JAHRES
Fackelträger Verlag Geb. mit Schutzumschlag, ca. 200 Abbildungen im Duoton, 192 S., EUR 29,95

 
     

Klappentext: „1968 – Bildspur eines Jahres zeigt in frappierenden und erhellenden Bildkombinationen die atemlose Ereignisfolge dieses dramatischen Jahres. Die kommentierenden Texte benennen das, was die Bilder nicht zeigen. Damit erzählen Gerd Koenen und Andres Veiel in dieser Bildspur die scheinbar bekannte Geschichte dieses bis heute umkämpften Jahres neu.“

Auszug aus der Einleitung: „Unter den historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts bleibt 1968 das am wenigsten greifbare. Alle, die irgendwie dabei waren, hatten ihr eigenes „68“. Zu einem historischen Datum ist „68“ erst in der Erinnerung geworden, mehr als ein Jahrzehnt später.

Natürlich war es ein bewegtes und ein bewegendes Jahr. Unsere „Bildspur“ zeigt eine atemlose Folge dramatischer Ereignisse: die Tĕt-Offensive des Vietcong; das Attentat auf Martin Luther King, und wenig später das auf Rudi Dutschke; die anschließenden Osterunruhen und die Barrikaden des Pariser Mai; den Einmarsch sowjetischer Truppen in der CSSR, die herausfordernde Geste der schwarzen Sportler bei der Olympiade in Mexico; die Straßenschlachten in Chicago und Westberlin. Und doch wäre es schwierig, genau zu sagen, inwieweit 1968 dramatischer gewesen ist als irgendein anderes Jahr des letzten Jahrhunderts.

Was also war dann „1968“? Warum hat es sich im kulturellen Gedächtnis so vieler – vor allem westlicher – Gesellschaften derart tief eingekerbt, und wieso erhitzt es die Gemüter gerade in der alten Bundesrepublik bis heute? Welchen Sinn macht es, dieses magische Datum mal als die Quelle aller möglichen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zu denunzieren, und mal wie einen Talisman mit Zähnen und Klauen zu verteidigen?

Diese Fragen stellen, heißt, sie teilweise schon zu beantworten. Die Rede ist von einem Ereignis, das sich eben nur als Kulminations- oder Schnittpunkt vieler längerer Entwicklungslinien beschreiben lässt, als jähe Springflut einer „Revolution steigender Erwartungen“, als Ausbruch erotischer Lebensenergien und hallizunatorischer Weltgefühle, aber auch apokalyptischer Stimmungen. 1968 war jedenfalls ein hochgradig subjektiver historischer Moment; allerdings für so viele in solcher Intensität und etwa zur gleichen Zeit, dass sich aus dieser Erfahrung eine politische Generation formte, und mit ihr ein Generationsstil und eine Lebenshaltung, die bald auf die Gesellschaften im Ganzen abfärbten.

Das gilt nicht nur für die alte Bundesrepublik, sondern für eine Vielzahl von Ländern dieser Erde – vor allem für die Länder, in denen die Verheerungen des Weltkriegs noch frisch und präsent waren. 1968 war eben auch ein Nachhall oder Nachspiel dieser traumatischen Erfahrungen, in die die „Nachgeborenen“, von denen Brecht 1947 im Futurum gesprochen hatte („Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut“), psychisch tief eingebunden und verstrickt waren.

Nichts an dieser Geschichte lässt sich auf einen Nenner bringen. Insofern ist es auch sinnlos und verfehlt, von heute aus „für“ oder „gegen“ 1968 zu optieren.“